
(F 1985, 540 Minuten)
"Es gab noch keinen Film, der eine so eindringliche Vorstellung davon vermittelt hätte, dass Europa in den letzten vier Kriegsjahren ein einziger riesiger Schauplatz von Todestransporten war, die, als 'Umsiedlungsaktionen' getarnt, über Berlin, Warschau und Lodz Tag und Nacht in die Lager rollten - auf denselben Gleisen, die dem 'normalen' Reiseverkehr dienten. Eisenbahnen, die an Wäldern und Dörfern vorbeifahren; der Qualm der Lokomotiven, die fliehenden Landschaften, rangierende Züge - es wird nach diesem Film viel schwieriger sein, einen Eisenbahnfilm zu sehen, ohne an die Transporte nach Auschwitz und Treblinka zu denken."
(Aus epd Film 2/86)
Das Dokumentationszentrum zeigt den Dokumentarfilm von Claude Lanzmann im hauseigenen Kinosaal in voller Länge. Der Zugang ist jederzeit möglich.
Der Film ist im Eintritt für das Dokumentationszentrum und die Sonderausstellung beinhaltet (5 EUR/ 3 EUR ermäßigt).

(Deutschland/ Tschechien 2006, 122 min)
Regie: Joseph Vilsmaier, Dana Vávrová
Film und Podiumsgespräch - Regisseur anwesend
Kriegsjahr 1943. Die Nationalsozialisten wollen Berlin endgültig "judenrein" machen. Mehr als 70.000 Juden wurden bereits deportiert. Im April rollt vom Bahnhof Grunewald ein Zug mit 688 Juden in Richtung Auschwitz. Ob jung oder alt, Akademiker, Künstler oder Boxer - das spielt keine Rolle mehr.
Joseph Vilsmaier und Dana Vávrová haben diese Schicksalsreise in eindringlichen Bildern und mit großer emotionaler Kraft festgehalten. Das Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände zeigt diesen Film in Kooperation mit dem Filmhaus begleitend zur Ausstellung "Das Gleis" im Serenadenhof der ehemaligen Kongresshalle. Vor dem Film findet ein moderiertes Podiumsgespräch mit der Präsidentin des Zentralrates der Juden in Deutschland, Dr. Charlotte Knobloch, und dem Regisseur Joseph Vilsmaier statt.
Eintritt: 7,50 EUR/ 6,50 EUR ermäßigt
Kartenvorverkauf nur an den bekannten Vorverkaufsstellen oder im Internet unter
www.sommernachtfilmfestival.de
<http://www.sommernachtfilmfestival.de>

(F 2001, 95 Minuten)
Film und Diskussion mit Ronny Loewy
Wie verlief der einzige erfolgreiche Aufstand in einem NS-Vernichtungslager? Claude Lanzmanns Dokumentarfilm "Sobibor" schildert es, in dem er den Erzählungen von Yehuda Lerner, einem der Aufständigen, folgt und sich dabei auf dessen lebendiges Wort verläßt. Lanzmann hatte Lerner für seinen Film "Shoa" bereits 1979 interviewt und später beschlossen, einen eigenen Film über den Aufstand in Sobibor zu drehen. Dafür ist er in den späten 1990er Jahren den Stationen von Lerners Verschleppungen und Fluchten bis nach Sobibor gefolgt. Immer entsprechen Lanzmanns Bilder der Schauplätze Lerners Schilderungen, deren exakten Jahres- und Tageszeiten.
Ronny Loewy, Mitarbeiter des Deutschen Filmmuseums und Leiter des Projekts "Cinematographie des Holocaust" am renommierten Fritz-Bauer-Institut, führt in das Werk von Claude Lanzmann ein und vertieft in einer anschließenden Diskussion Inhalt, Stil und Botschaft seiner Filme.
Eintritt frei