Das Gleis
Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände, Nürnberg

Claude Lanzmanns Filme "Shoa" und "Sobibor, 14. Oktober 1943, 16 Uhr" werden im Kinosaal des Dokumentationszentrums gezeigt.

Veranstaltungsprogramm: Film

Das Filmplakat zu "Shoa" von Claude Lanzmann.
© museen der stadt nürnberg

Claude Lanzmann: "Shoa"

(F 1985, 540 Minuten)

Ort:
Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände
Datum:
Jeden Mittwoch, 9 - 18 Uhr. Weitere Termine am Wochenende auf Anfrage

"Es gab noch keinen Film, der eine so eindringliche Vorstellung davon vermittelt hätte, dass Europa in den letzten vier Kriegsjahren ein einziger riesiger Schauplatz von Todestransporten war, die, als 'Umsiedlungsaktionen' getarnt, über Berlin, Warschau und Lodz Tag und Nacht in die Lager rollten - auf denselben Gleisen, die dem 'normalen' Reiseverkehr dienten. Eisenbahnen, die an Wäldern und Dörfern vorbeifahren; der Qualm der Lokomotiven, die fliehenden Landschaften, rangierende Züge - es wird nach diesem Film viel schwieriger sein, einen Eisenbahnfilm zu sehen, ohne an die Transporte nach Auschwitz und Treblinka zu denken."
(Aus epd Film 2/86)

Das Dokumentationszentrum zeigt den Dokumentarfilm von Claude Lanzmann im hauseigenen Kinosaal in voller Länge. Der Zugang ist jederzeit möglich.

Der Film ist im Eintritt für das Dokumentationszentrum und die Sonderausstellung beinhaltet (5 EUR/ 3 EUR ermäßigt).

Ausschnitt aus dem Filmplakat "Der letzte Zug".

"Der letzte Zug"

(Deutschland/ Tschechien 2006, 122 min)
Regie: Joseph Vilsmaier, Dana Vávrová

Film und Podiumsgespräch - Regisseur anwesend

Ort:
Serenadenhof
Bayernstraße 100 
Datum:
Sonntag, 22. August 2010, 20.15 Uhr

Kriegsjahr 1943. Die Nationalsozialisten wollen Berlin endgültig "judenrein" machen. Mehr als 70.000 Juden wurden bereits deportiert. Im April rollt vom Bahnhof Grunewald ein Zug mit 688 Juden in Richtung Auschwitz. Ob jung oder alt, Akademiker, Künstler oder Boxer - das spielt keine Rolle mehr.

Joseph Vilsmaier und Dana Vávrová haben diese Schicksalsreise in eindringlichen Bildern und mit großer emotionaler Kraft festgehalten. Das Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände zeigt diesen Film in Kooperation mit dem Filmhaus begleitend zur Ausstellung "Das Gleis" im Serenadenhof der ehemaligen Kongresshalle. Vor dem Film findet ein moderiertes Podiumsgespräch mit der Präsidentin des Zentralrates der Juden in Deutschland, Dr. Charlotte Knobloch, und dem Regisseur Joseph Vilsmaier statt.

Eintritt: 7,50 EUR/ 6,50 EUR ermäßigt
Kartenvorverkauf nur an den bekannten Vorverkaufsstellen oder im Internet unter
externer Link www.sommernachtfilmfestival.de
<http://www.sommernachtfilmfestival.de>

Die Rampe des ehemaligen Vernichtungslagers Sobibor heute.
© Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände

Claude Lanzmann: "Sobibor, 14. Oktober 1943, 16 Uhr"

(F 2001, 95 Minuten)

Film und Diskussion mit Ronny Loewy

Ort:
Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände
Datum:
Mittwoch, 2. Juni 2010, 18.30 Uhr

Wie verlief der einzige erfolgreiche Aufstand in einem NS-Vernichtungslager? Claude Lanzmanns Dokumentarfilm "Sobibor" schildert es, in dem er den Erzählungen von Yehuda Lerner, einem der Aufständigen, folgt und sich dabei auf dessen lebendiges Wort verläßt. Lanzmann hatte Lerner für seinen Film "Shoa" bereits 1979 interviewt und später beschlossen, einen eigenen Film über den Aufstand in Sobibor zu drehen. Dafür ist er in den späten 1990er Jahren den Stationen von Lerners Verschleppungen und Fluchten bis nach Sobibor gefolgt. Immer entsprechen Lanzmanns Bilder der Schauplätze Lerners Schilderungen, deren exakten Jahres- und Tageszeiten.

Ronny Loewy, Mitarbeiter des Deutschen Filmmuseums und Leiter des Projekts "Cinematographie des Holocaust" am renommierten Fritz-Bauer-Institut, führt in das Werk von Claude Lanzmann ein und vertieft in einer anschließenden Diskussion Inhalt, Stil und Botschaft seiner Filme.

Eintritt frei

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