
Filmdiskussion
(D 2007, 85 Min., Regie: Robert Thalheim)
Anstatt nach Amsterdam verschlägt es Sven zum Ableisten seines "Ersatzdienstes im Ausland" in die polnische Kleinstadt Oswiecim - zu deutsch Auschwitz. Dort kommt es für den jungen Deutschen zu herausfordernden Begegnungen mit einem Überlebenden des Vernichtungslagers wie auch mit der Polin Ania, die Führungen in der Gedenkstätte durchführt und von einer Zukunft im westlichen Europa träumt.
Der sensibel und dennoch eindrucksvoll produzierte dokumentarische Spielfilm thematisiert den Umgang der dritten Generation mit dem Holocaust und die Frage nach der nationalen Identität von deutschen und polnischen Jugendlichen. Er beleuchtet bestehende Tabus zwischen Generationen und Nationen. Im gemeinsamen Gespräch wird die Machart des Films analysiert und den Denkanstößen des Films nachgegangen.
Der Besuch der Ausstellung "Das Gleis. Die Logistik des Rassenwahns" findet eigenständig statt und ist nicht Bestandteil des Programms.

Film und Quellenlektüre
Die Ausstrahlung der amerikanischen TV-Serie "Holocaust" brachte 1979 nicht nur einen Namen für "jene Katastrophe" nach Deutschland. Sie führte zu einem veränderten Umgang mit der NS-Vergangenheit. Seitdem rücken die Opfer ins Zentrum einer sich bildenden Erinnerungskultur, ist ein anderes - einfühlendes - Sprechen über die Opfer der NS-Politik auch in Deutschland möglich.
Das Seminar zeigt, diskutiert und erläutert Ausschnitte aus der Serie. Sichtbar werden soll der Stand des Umgangs mit Auschwitz im Vorfeld unserer heutigen Erinnerungskultur. Dabei wird der Film als Zäsur erkennbar.
Der Besuch der Ausstellung "Das Gleis. Die Logistik des Rassenwahns" findet eigenständig statt und ist nicht Bestandteil des Programms.